Justizvollzugsschule Nordrhein-Westfalen:  14.09.2004 - Fortbildung Eingriffs- und Sicherungstechniken

 

14.09.2004 - Fortbildung Eingriffs- und Sicherungstechniken

Überzeugendes Konzept für Deeskalation und Krisenmanagement.
Gruppenfoto der Ausbilder Hans-Jürgen Bredenkamp (JVA Herford), Wilfried Höfgen (Justizvollzugsschule NRW) und Guido Potrick (JVK Fröndenberg) sind mit der Schulung der Multiplikatoren für die nordrhein-westfälischen Vollzugseinrichtungen betraut.
Schnappschuss vom Training der Multiplikatoren Multiplikatoren beim Training
Techniktraining der Multiplikatoren Gewusst wie - Grifftechnik-Übung

An der Justizvollzugsschule NRW wird seit dem 01. September 2000 das Fach "Eingriffs- und Sicherungstechniken" unterrichtet. Mit dem Namenswechsel - früher hieß das Fach "Waffenlose Selbstverteidigung" - ging auch ein deutlicher Wechsel des Konzepts einher. Die neuen Techniken wurden speziell für die Anwendung im Justizvollzug entwickelt. Sie wirken sehr effektiv und sind der oftmals vorherrschenden räumlichen Enge eines Haftraums angepasst. Einfach zu erlernende, effiziente, den Verhältnissen angepasste Handgriffe ermöglichen einen schnellen, effektiven und situationsangemessenen Eingriff sowie die Fixierung von Störern auch bei komplexen und unübersichtlichen Einsatzlagen

Das neue Konzept löste das bis dahin vorherrschende Ju-Jutsu ab. An seine Stelle tritt das Wing-tsun, das von dem türkischen Sifu (chinesisch: väterlicher Lehrer; Meister) Salih Avci zu einer effektiven Strategie für den polizeilichen Einsatz und der Selbstverteidigung weiterentwickelt worden ist. Dieser Wechsel bedeutet aber keineswegs die Abkehr von der Selbstverteidigung hin zu unüberlegtem "Haudrauf". Das Gegenteil ist der Fall. Die Beherrschung der Techniken ermöglicht es den Bediensteten, exakt entsprechend der gesetzlichen Vorgaben unter Beachtung von Menschenwürde und Verhältnismäßigkeitsgrundsatz zu handeln. Die vermittelten Techniken dienen damit vorrangig der Vermeidung von Gewalt. In eskalierenden Situationen, die den Zugriff erforderlich machen, wird durch die gekonnte Beherrschung der Sicherheitstechniken das Verletzungsrisiko für Bedienstete wie Gefangene deutlich reduziert.

"Die besten Verteidigungs- und Zugriffstechniken nützen wenig, wenn sie nicht ständig geübt, optimiert und angepasst werden. Deshalb reicht es nicht aus, Eingriffs- und Sicherungstechniken während der Ausbildung zu erlernen", erklärte Wilfried Höfgen. "Wir haben in Zusammenarbeit mit der Polizei ein Fortbildungskonzept entwickelt und wollen möglichst vielen Bediensteten die Gelegenheit bieten, die Techniken zu erlernen und zu trainieren." Vom 13. bis 17. September (Teil I) und vom 04. bis 08. Oktober 2004 (Teil II) fanden an der Justizvollzugsschule NRW Fortbildungsveranstaltungen statt, um besonders befähigte Kolleginnen und Kollegen des allgemeinen Vollzugsdienstes zu Multiplikatoren fortzubilden. Dieser Personenkreis ist in einer Weise qualifiziert worden, dass ihm die anstaltsinterne Fortbildung übertragen werden kann.


 

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