Justizvollzugsschule Nordrhein-Westfalen:  Thementag "lnterkulturelle Kompetenzen" 06.06.2013 in der Justizvollzugschule NRW

 

Thementag "lnterkulturelle Kompetenzen" 06.06.2013 in der Justizvollzugschule NRW

Kooperation mit dem Projekt Knackpunkt, Caritasverband Wuppertal/Solingen e.V.

Interkulturtag

Am 06.06.2013 veranstaltete die Justizvollzugsschule NRW in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband Wuppertal/Solingen e.V. einen Thementag mit dem Titel ,,lnterkulturelle Kompetenzen".

Fachliche Unterstützung fand die Projektleiterin des Caritasverbandes Wuppertal/Solingen Frau Bogumila Sporin durch externe Referentinnen und Referenten:

Frau Dr. Jussra Schroer (Köln), Frau Gabriele Grote-Kux (Berlin), Herr Prof. Dr. Ahmet Toprak (Dortmund), Herrn Dr. Thomas Pfeiffer (Düsseldorf), Herr Helmut Eckermann (amnesty international Solingen), Herr Alexander Scheitza (Kölner lnstitut für interkulturelle Kompetenz).

Die Moderation übernahm der kath. Seelsorger der JVA Wuppertal-Vohwinkel Herr Möller.

Nach der Begrüßung und Vorstellung des Projektes folgte der Einführungsvortrag durch Prof. Dr. Philip Anderson aus Regensburg. 

Im Rahmen des Thementages wurden Vorträge und Workshops über das männliche Rollenbild bei jugendlichen Migranten, über interkulturelle Modellprojekte in europäischen Haftanstalten, über  Rechtsextremismus im Strafvollzug, über Flüchtlinge mit ungesichertem Aufenthalt und deren Leben in Angst vor der Abschiebung, sowie über Islamismus und interkulturelle Kommunikation angeboten.

Der Thementag richtete sich direkt an die Anwärterinnen und Anwärter für den mittleren Dienst im Justizvollzug (allgemeinen Vollzugsdienst). Die aktive Auseinandersetzung  während der Workshops und Vorträge endete mit einem Feedback im Plenum.

Aktuell sind von den circa 17100 Gefangenen in den Justizvollzugsanstalten des Landes Nordrhein-Westfalen 29 % keine deutschen Staatsbürger. Das sind mehr als 5000 Gefangene. Weitere Gefangene mit deutschem  Pass, jedoch mit eindeutigem Migrationshintergrund sind hier noch nicht berücksichtigt, wurden aber in einem anderen Land, in einem fremden kulturellen Lebensraum, sozialisiert und werden sich voraussichtlich abweichend von dem, in unserem Kulturraum Üblichen, verhalten.

Je mehr Verständnis, Einfühlungsvermögen und auch Toleranz gegenüber Verhaltensweisen bestehen, die sich aus kulturellen Hintergründen ableiten, desto besser werden die Anwärterinnen und Anwärter ihre Aufgaben in den Justizvollzugsanstalten erfüllen.

Ein Mehr an Kommunikations- und Verständnisfähigkeit wird sich auch immer positiv in der Ansprache, der Versorgung und Betreuung sowie auch in der Behandlung bzw. im Jugendvollzug in der Erziehung der Gefangenen auswirken.

Eine gelungene Kommunikation wird sich auch in Krisen- und Konfliktsituationen deeskalierend bemerkbar machen.


  • Bilderschau
    Hier finden Sie Fotos vom Thementag "Interkulturelle Kompetenz" an der Justizvollzugsschule

 

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