Justizvollzugsschule Nordrhein-Westfalen:  01.12.2004 - Thementag - Russlanddeutsche im Vollzug

 

01.12.2004 - Thementag - Russlanddeutsche im Vollzug

Am 01. Dezember 2004 veranstaltete die Justizvollzugsschule NRW in Wuppertal einen Thementag mit dem Titel "Russlanddeutsche im Justizvollzug".
Der Schulleiter, Herr Fraikin, begüßt die Gäste
Die Anwärterinnen und Anwärter hören den Referenten gespannt zu
Referentin spricht zum Publikum
Großer Andrang bei den Ausstellungsständen

INFO: Die Broschüre Russlanddeutsche im Vollzug PDF-Dokument, öffnet neues Browserfenster (542 KB) steht zum Download bereit.

Fachlich unterstützt wurde der Tag u.a. durch Referenten des Caritasverbandes Wuppertal, der Universität Paderborn, des Diakonischen Werks des ev. Kirchenkreises Jülich, des Internationalen Bundes Karlsruhe sowie durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener Justizvollzugsanstalten und der Justizvollzugsschule Stuttgart.

Unter Beteiligung dieser Experten aus den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg hatten die mehr als 200 Anwärterinnen und Anwärter Gelegenheit, sich in zahlreichen Workshops mit diesem sehr vielschichtigen Thema zu befassen.

Hier eine Auswahl der in den Workshops angebotenen Themen:

  • Integration-Assimilation-Isolation? – Russlanddeutsche im Konflikt

  • Russlanddeutsche im Vollzug – Erfahrungen aus der JVA Frankenthal

  • Besonderheiten der Subkulturen russischsprachiger Inhaftierter

  • Besondere Bedingungen des Alkohol- und Drogenkonsums von Spätaussiedlern und therapeutische Konsequenzen

  • Historische, politische und soziale Aspekte der Integration russlanddeutscher Spätaussiedler.

Am Ende der Veranstaltung konnte festgehalten werden, dass die Beschäftigung mit dem Thema "Russlanddeutsche" wegen der aktuellen vollzuglichen Situation von besonderem Interesse für alle Bediensteten ist. Dabei erwies es sich für das Verstehen der Situation dieser Menschen als hilfreich, einen Überblick über die Geschichte der Russlanddeutschen zu erhalten. Wichtige Hinweise für den Umgang mit russlanddeutschen Gefangenen steuerten zahlreiche Erfahrungsberichte aus der Praxis verschiedener Justizvollzugsanstalten bei.

Anwärterinnen und Anwärter kommentierten die Veranstaltung durch Rückmeldungen auf Karteikarten. Hierfür nun einige Beispiele:

Die Erkenntnis, dass nur zielgerichtetes, gemeinsames Handeln zum Erfolg führen kann. Alternative zur restriktiven Behandlung russischer, nicht kooperationsbereiter Gefangener.War richtig toll heute!Themen teils zu lang gezogen - Vollzugsinterne Beiträge waren sehr interessant.Hintergrundwissen der Struktur innerhalb der GemeinschaftEs war eine interessante Vertiefung in die Suchtproblematik. Nur die Frage wie in meinem Arbeitsalltag mehr Zugang zu den "Russlanddeutschen" bekommen kann, blieb leider unbeantwortet. Jedoch die Frage "WARUM" (der Hintergrund) wurde anschaulich näher gebracht.Ausführliche Infos über die Strukturen der "Russlanddeutschen" im Vollzug, anhand von Beispielen aus dem Vollzugsalltag.Verharmlosung der Problemsituation.Mangel an Bereitschaft sich in Deutschland zurecht zu finden.Betroffenheit über die erlebte deutsche Geschichte, die so nicht im Geschichtsunterricht vermittelt wurde.Informativ - Kenntnis der Geschichte hilft etwas, die "Russlanddeutschen" zu verstehen - sollte auch im Knast angeboten werden.Dieser Workshop war sehr informativ auf ganzer Linie. Durch einen Einblick in die Geschichte sind Probleme der Integration aus einem anderen Standpunkt zu beobachten.Probleme wurden sachlich angesprochen und nicht verniedlicht.Gutes Konzept, sehr verständlicher, gut vorbereiteter und umfassender Vortrag - gute praktische Ratschläge - Theorie und Praxis sind aber nicht immer realitätsnah - man kann sich in der Praxis ein besseres Bild machen - um es noch besser zu machen, wäre ein Kontakt zu einem Drogenberater einer JVA sinnvoll.Ich nehme mit: Ich versuche in Zukunft bei einem Kontakt mit Russlanddeutschen mehr Verständnis aufzubringen für deren Situation in Russland, als auch hier in Deutschland


 

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